Die teilweise winzigen Figuren entstanden zuerst aus Resten und in der Absicht, aus dem zufällig geformten Stein möglichst viel "Menschenfigur" herauszuholen. Es hieß damit auch, an die Grenzen des Materials zu gehen. Winzigkeit und Zerbrechlichkkeit erfordern äußerste Konzentration. Nicht wenige zerbrachen. Der Geist wird von den technischen (Un-)Möglichkeiten ganz gefangen genommen, und wie unbeabsichtigt schlüpft etwas an ihm vorbei in das Steinchen hinein, etwas Intimes, Eigenes, etwas aus der eigenen - sagen wir - Körper-Seele.
Seit 1992 wuchsen etwa 80 steinerne Körper heran, die Kleinsten etwa 2 cm. Wenige Größere kamen dazu, bis 20 cm, und hin und wieder Köpfe oder Gesichter. Bei den größeren Arbeiten setzt Routine ein, der Körper wird dann eher konzipiert. Diese Figuren entbehren der Innerlichkeit, zeigen sich kühl, gefaßt und einzeln, sind selber Persona und Gegenüber.
Es ist das Wagnis der Unsicherheit, der Scheu vor einem groben Zugriff, welches die kleinen Figuren so anders macht. Ich zeige sie lieber getrennt: als Gruppe, Aufreihung, als Kontinuum wartender Seelen, die noch nicht ins Diesseits wechselten. Gern lege ich sie in den Sand, der beim Arbeiten abgeschabt wird - den Ursprung bewahrend.
